Allrounder in Sachen Arbeitsschutz

Das ist in der Gesetzgebung ganz klar geregelt: Unternehmen und Unternehmer tragen Verantwortung für den Gesundheitsschutz ihrer Mitarbeiter. Um diese wahrnehmen zu können, brauchen sie die Unterstützung durch einen Betriebsarzt oder Arbeitsmediziner, der über besondere Expertise verfügt.


In Sachen Arbeits- und Gesundheitsschutz sind Betriebsärzte und Arbeitsmediziner echte Allrounder: Sie beraten Unternehmer, Verantwortliche für den Arbeitsschutz und die Unfallverhütung, sowie die Beschäftigten eines Betriebes über drohende Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz und ermitteln, welchen Einfluss die Arbeitsbedingungen auf die Gesundheit der Mitarbeiter haben. Ein ebenso wichtiges Aufgabenfeld ist die arbeitsmedizinische Vorsorge, ein zentraler Bestandteil des Arbeits- und Gesundheitsschutzes – sie hat die Früherkennung und Vermeidung arbeitsbedingter Erkrankungen zum Ziel.

Betriebsärzte/innen haben die Aufgabe, die Arbeitgeber bei der Erstellung und regelmäßigen Aktualisierung der nach § 5 der Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilung, sowie  bei der Planung, Errichtung und Änderung von Betriebsanlagen, bei der Einführung neuer Arbeitsmittel oder der Einführung bzw. Änderung von Arbeitsverfahren und Arbeitsstoffen zu unterstützen. Betriebsärzte und Arbeitsmediziner sind auch gefragt, wenn es um die Untersuchung von Unfällen und Berufskrankheiten geht, die Erstellung von Notfall- und Alarmplänen erforderlich ist sowie bei Änderung von Arbeitszeitregelungen, Pausen- und Schichtsystemen.

Bei der Gestaltung von Arbeitsplätzen, Arbeitsabläufen und der Arbeitsumgebung, bei der Planung von sozialen und sanitären Einrichtungen im Betrieb und bei der Auswahl und Erprobung von Körperschutzmitteln – in all diesen Fällen kommt die Expertise von Betriebsärzten zum Tragen.

Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen gemäß der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV), Eignungsuntersuchungen und Beratungen gehören zu den den Aufgaben von Betriebsärzten oder Arbeitsmedizinern. Bei den Vorsorgeuntersuchungen wird zwischen Pflicht-, Angebots- oder Wunschvorsorge unterschieden. Aber egal worum es sich im Einzelfall handelt: Die Ergebnisse dieser Vorsorgeuntersuchungen sind schriftlich festzuhalten und auszuwerten. Ergeben sich dabei und bei den vorgeschriebenen regelmäßigen Begehungen von Arbeitsstätten durch einen Betriebsarzt Hinweise auf unzureichende Schutzmaßnahmen, hat dieser den Arbeitgeber und die für den Arbeitsschutz zuständigen Personen zu informieren und entsprechende Schutzmaßnahmen vorzuschlagen.

Nicht zuletzt: Betriebsärzte wirken bei der Einsatzplanung und Schulung von medizinischen Ersthelfern mit ebenso bei, der Organisation der Ersten Hilfe im Betrieb, und auch sie haben darauf hinzuwirken, dass sich alle im Betrieb Beschäftigten den Anforderungen des Arbeitsschutzes entsprechend verhalten; sie unterweisen Beschäftigte über Unfall- und Gesundheitsgefahren, sowie Einrichtungen und Maßnahmen zur Abwendung dieser Gefahren.

Ausdrücklich übrigens gehört es nicht zu den Aufgaben eines Betriebsarztes, Krankmeldungen der Arbeitnehmer auf ihre Berechtigung zu überprüfen. Wie jeder Mediziner unterliegen auch Betriebsärzte selbstverständlich der ärztlichen Schweigepflicht.

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